Warum so aggressiv?

Schüler der Ganztagshauptschule Achenbach bleiben jetzt cool!

Action ist angesagt! „Draufschlagen oder cool bleiben?“ Welche Frage! Zur Klärung hatte das Schulsozialbüro der Ganztagshauptschule Achenbach eingeladen. Mit der Einladung für die Jahrgangsstufe 7 der Ganztagshauptschule Achenbach startete am 19.3.2019 ein pädagogisches Pilotprojekt der „Brücke“ für Schüler. Geleitet und durchgeführt wurde die Veranstaltung von dem Sozialpädagogen Herrn Pournazari, der seit 17 Jahren als Coach für Antiaggressionstraining im Einsatz ist. Eingeladen wurde er von Frau Henschel, einer Sozialpädagogin der „Brücke“, die Kindern in schwierigen Situationen zur Seite steht.

Gleich zu Beginn wurde mit einer eindrucksvollen Demo gestartet. Hautnah erfuhren die Schüler, aber auch die Lehrer, die Wucht eines Fußtrittes durch einen Kampfsportler in den Bauch – „Gott sei Dank“ geschützt durch ein großes Schlagpolster. Ein gelungener Einstieg in das Thema „Gewalt“!

In der anschließenden Informationsrunde erfuhren die Schüler, welche Verletzungen sie sich in diesem Fall zugezogen hätten, wäre das nicht alles kontrolliert und geschützt durchgeführt worden. Zusammengefasst waren das die Verletzungen verschiedener Organe mit inneren Blutungen und Leberriss mit Todesfolge. Alle Schüler waren sehr betroffen.

Was sind eigentlich die Gründe für solche folgenschweren Gewalttaten? Diese galt es zu ergründen. Beleidigungen wie „Hurensohn“ und andere standen an erster Stelle, warum sich Jugendliche schlagen.

So war die anschließende Unterhaltung mit den Schülern über das Thema „Was ist eigentlich Ehre?“ eine Erleuchtung. Gute Menschen haben sich „Ehre“ durch ihr vorbildliches Verhalten verdient und diese Ehre kann ihnen nicht durch Beleidigung genommen werden. Komisch, dass so viele auf diese Provokation anspringen?

Warum ist das so? Könnte man nicht einfach weggehen und diesen fiesen Typen, der gerade meine Mutter beleidigt hat, ignorieren? Ja! Aber da sind ja noch die anderen, die das gehört haben. Die wollen etwas sehen. Sie bestimmen, wie ich mich verhalte. Nicht ich bestimme in diesem Moment mein Verhalten! In diesem Moment werde ich gesteuert, von meinem Angreifer und den Zuschauern. Nicht mehr ich habe die Kontrolle, sondern sie haben die Kontrolle über mich. Tragisch!!!

Hätte ich die Kontrolle über mich, dann würde ich mich einfach umdrehen und alle stehen lassen. Aber die meisten fallen auf diese Situation herein und liefern sich den Zuschauern aus. Schade! Die einen landen im Rollstuhl, die anderen im Gefängnis!

Was ist eigentlich Gewalt? Darum ging es in der nächsten Sequenz. Alle waren sich einig, Gewalt hat mit Verletzung und Vorsatz zu tun . Anhand von Beispielen mussten sich die Schüler entscheiden: Ist es Gewalt? Wer dieser Meinung war, musste sich rechts aufstellen. Ist es keine Gewalt? Dann ging es nach links. Wo beginnt eigentlich Gewalt? Muss Gewalt immer weh tun? Nein! Die Schüler kannten schon recht gut den Unterschied zwischen zwei Arten von Gewalt: Die körperliche und die seelische Gewalt.

Manche wussten, dass die Gewalt an der Seele manchmal schlimmer sein kann, als die Schmerzen, die man dem Körper zufügen kann.

Dann befragte Herr Pournazari die Schüler, wie man miteinander kommunizieren also Botschaften übermitteln könne. Die Antworten der Schüler der Jahrgangsstufe 7 kamen recht fix . Die Lösung: durch Worte, Gestik, Mimik, Körperhaltung, Blick, Ton/ Lautstärke, Distanz (=Abstand) zum Gegenüber. Das absolut überraschende Ergebnis dabei war, dass Worte bei der Kommunikation die kleinste Rolle spielen, nämlich nur 3 Prozent. Die nonverbale Kommunikation vermittelt unserem Gegenüber viel mehr Informationen über unseren Gemütszustand und unsere Absicht. Anhand von kleinen Rollenspielen demonstrierte Herr Pournazari diese Untersuchungen.

Zum Schluss gab es noch einige Übungen, wie bestimmte Kommunikationsbotschaften auf uns wirken. Wie wichtig ist es, seinem Gegenüber in die Augen zu schauen? Warum ist Abstand wichtig? Hat Distanz etwas mit Respekt zu tun?

In einer Alltagsszene „Hier ist Rauchen verboten!“ wurde das Erlernte praktisch umgesetzt. Mit friedlichen Mitteln schafften es die Schüler einem sehr dominanten Raucher die Kippe zu löschen.

Was habt ihr heute mitgenommen?

Antworten der Schüler:

Abstand halten! Sich nicht von anderen steuern lassen!“

Bravo!!! Eine gelungene Veranstaltung!

Vielen, vielen Dank an Herrn Herr Pournazari, der die Veranstaltung heute wunderbar geleitet hat. Unsere Schüler wurden erreicht und haben viel gelernt!

Vielen Dank an Frau Nina Hentschel,die als Mitarbeiterin der „Brücke“ diese Veranstaltung begleitet hat.

Vielen Dank an die Schulsozialarbeit, die den Kontakt hergestellt hat.

Kasse 7b