Projekte

Wählen wie die Erwachsenen- Schülerinnen und Schüler der Ganztagshauptschule Achenbach nehmen an der U16-Wahl teil

Knapp zwei Wochen vor der Kommunalwahl 2020 besuchten Vertreter des Jugendparlamentes der Stadt Siegen die Ganztagshauptschule Achenbach. Mit dabei hatte das Jugendparlament einen Bauwagen, vollgepackt mit Informationen zur Kommunalwahl, sowie ein mobiles Wahllokal. Klassenweise suchten die Schülerinnen und Schüler den Bauwagen auf und informierten sich über die Parteien und Kandidaten, die sich am 13.09.2020 in Siegen zur Wahl stellen. Anschließend hatten alle Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, an der U-16 Wahl teilzunehmen. Bei dieser an einer Vielzahl von Schulen durchgeführten Wahlsimulation für unter 16-Jährige werden die gleichen Wahlzettel verwendet wie bei der richtigen Wahl. Zwar hat diese Wahl keinen Einfluss auf den Ausgang der echten Kommunalwahl, allerdings zeigt es der Politik und der Gesellschaft wie Kinder und Jugendliche wählen würden. Für die Schülerinnen und Schüler war die Teilnahme an dieser Wahl eine neue und spannende Erfahrung.

Neben der Wahl am Bauwagen führten die engagierten Mitglieder des Jugendparlamentes in mehreren Klassen einen interessanten Workshop zum Thema Kommunalpolitik durch. In diesem Workshop wurde auf die Aufgabenbereiche und die Organisation der Kommunalpolitik eingegangen. Die Schülerinnen und Schüler erkannten, dass die Entscheidungen der Kommunalpolitik durchaus einen Einfluss auf das eigene Leben haben.

Gegen das Vergessen – Zeitzeugen berichten

WDR History-App zum zweiten Mal an der Ganztagshauptschule Achenbach

Bereits zum zweiten Mal besuchte das WDR-Team die Ganztagshauptschule Achenbach. Im Juli 2019 (siehe Homepage) stellte ein WDR-Team erstmals die neue App vor. Bald können die Zeitzeugen aus dem 2. Weltkrieg ihre Geschichte nicht mehr selbst erzählen. Mit dieser History-App können die Schulen die Zeitzeugen ins Klassenzimmer holen und sie erzählen ihre Geschichte so, als wären sie wirklich da. Menschen, die die Kriegszeiten erlebt haben, tauchen plötzlich virtuell im Klassenzimmer auf und erzählen von ihren Kriegserlebnissen. Wie die Schüler damals waren auch die Schüler bei dem jetzigen Besuch zum einen fasziniert von dieser virtuellen Begegnung, zum anderen aber auch sehr bewegt von den Schilderungen der Zeitzeugen.

Diesmal war das WDR-Team am 2.9.2020 mit einer Neuauflage, dem 3. Teil der WDR-History-App der Zeitzeugen-App zu Besuch, und zwar in der Jahrgangstufe 9. Die Schüler der Jahrgangsstufe 9 sind etwa so alt wie die Zeitzeugen in der Kriegszeit damals. Große Betroffenheit bei den Schülern, wenn Willi davon erzählt, wie er mit 18 Jahren 1943 gegen seinen Willen in die Wehrmacht eingezogen wurde und sein 16-jähriger Kamerad verwundet und sterbend neben ihm liegt. Oder Jürgen, der mit 18 Jahren an die Front kam und seine Geschichte erzählt. Viele Schüler dieser Jahrgangsstufe haben selbst schon Krieg erlebt und werden nach ihren eigenen Erlebnissen gefragt. Aber das Reden über diese Erfahrungen fällt ihnen vor der Kamera sehr schwer. Ihre Klassenkameraden ergreifen für sie das Wort. So erklärt Jonas: „Es ist sehr erschreckend, dass man gezwungen wurde zu einer Sache, die man gar nicht wollte. Das ist heute gar nicht mehr zu denken, dass man das gemacht hat.“ Oder Chaymae erzählt von ihren Klassenkameradinnen, die Krieg erlebt haben und wie traurig sie das macht.

Sonderpreis für die Ganztagshauptschule Achenbach in der Kategorie „Junge Heimat“

Extra zur Verleihung des 2. Preises an Schüler der Ganztagshauptschule Achenbach, in der Kategorie „Junge Heimat“, war am Freitag, dem 14.8.2020, die NRW-Heimatministerin, Ina Scharrrenbach, nach Achenbach gereist. Im Gepäck hatte sie neben einer Preis-Trophäe einen Scheck von 2000 Euro. Die Schüler der Ganztagshauptschule Achenbach hatten sich gemeinsam mit und unter der Leitung von Dieter Solms und Peter Schulte vom Heimatverein Achenbach auf „historische Spurensuche“ in Achenbach begeben und waren bei ihren Vermessungs- und Ausgrabungsarbeiten fündig geworden. So fanden sie verschiedene Werkzeuge und die Reste eines alten Gebäudes und einer alten Allee. Mit ihrer Befragung von Zeitzeugen konnten sie ein Stück Geschichte des Achenbachtals zusammenpuzzeln.

 

Unter 180 Bewerbern hatten die Schüler mit ihrem Projekt den 2. Platz belegt. Bereits im Dezember 2019 hatten sie von der Stadt Siegen einen Preis für ihr Projekt erhalten. Nun wurde das Projekt in der Kategorie „Jugend – Junge Heimat“ noch auf Landesebene gewürdigt. Neben dem hohen Besuch der Ministerin war auch viel politische Prominenz zu dem Festakt erschienen. So konnte der Heimatverein Achenbach neben der Ministerin Bürgermeister Steffen Mues mit seinem Stellvertreter Jens Kamieth (MdL), Landrat Andreas Müller und Volkmar Klein, Mitglied des deutschen Bundestages, begrüßen.

Stellvertretend für alle AG-Teilnehmer nahmen Chaymae, Shokofeh, Faisal und Jamen den Preis von der Ministerin entgegen.

Eigentlich erwartet man, wenn man von dem Projekt hört, Siegerländer Jungen und Mädchen. Dem ist aber nicht so! Alle 7 Schülerinnen und Schüler der AG haben ausländische Wurzeln und die deutsche Sprache erst in den letzten Jahren in unserer Schule erlernt bzw. erlernen sie noch immer. Unter ihnen sind Flüchtlingskinder, die ihre Heimat verloren haben und die sich sehr nach Heimat sehnen. Vielleicht haben unsere Schüler durch dieses Projekt im Siegerland ein neues Stück Heimat gefunden. Wir alle wünschen es ihnen!

Die Ganztagshauptschule Achenbach bedankt sich ganz herzlich bei Dieter Solms und Peter Schulte vom Heimatverein Achenbach für die gute Betreuung und Anleitung der Schüler. Ohne sie wäre dieser Preis nicht möglich gewesen.

Glückwunsch an die Preisträger!

Aus Müll wird Mode

Unter diesem Motto veranstalten verschiedene Institutionen des Stadtteils Heidenberg eine eigene Modenschau. Kinder und Jugendliche werden im Laufe dieses Schuljahres Projektarbeiten aus scheinbar nutz- und wertlosem Material (Recyclingmaterial) Fantasiekostüme anfertigen und diese ggf. am 05.07.2019 im Rahmen eines Festes im Stadtteil präsentieren. Weitere Infos bezüglich Zeit und Ort werden noch bekannt gegeben. Die Modelle werden, wie bei einer „richtigen“ Modenschau, den Zuschauern auf dem Laufsteg vorgeführt.

Partner dieses Projektes sind die GTHSA, der Kindertreff K52, die Stadtteilbüros Fischbacherberg und Heidenberg, sowie die Jugendgerichtshilfe vor Ort der Stadt Siegen.

 

Warum so aggressiv?

Schüler der Ganztagshauptschule Achenbach bleiben jetzt cool!

Action ist angesagt! „Draufschlagen oder cool bleiben?“ Welche Frage! Zur Klärung hatte das Schulsozialbüro der Ganztagshauptschule Achenbach eingeladen. Mit der Einladung für die Jahrgangsstufe 7 der Ganztagshauptschule Achenbach startete am 19.3.2019 ein pädagogisches Pilotprojekt der „Brücke“ für Schüler. Geleitet und durchgeführt wurde die Veranstaltung von dem Sozialpädagogen Herrn Pournazari, der seit 17 Jahren als Coach für Antiaggressionstraining im Einsatz ist. Eingeladen wurde er von Frau Henschel, einer Sozialpädagogin der „Brücke“, die Kindern in schwierigen Situationen zur Seite steht.

Gleich zu Beginn wurde mit einer eindrucksvollen Demo gestartet. Hautnah erfuhren die Schüler, aber auch die Lehrer, die Wucht eines Fußtrittes durch einen Kampfsportler in den Bauch – „Gott sei Dank“ geschützt durch ein großes Schlagpolster. Ein gelungener Einstieg in das Thema „Gewalt“!

In der anschließenden Informationsrunde erfuhren die Schüler, welche Verletzungen sie sich in diesem Fall zugezogen hätten, wäre das nicht alles kontrolliert und geschützt durchgeführt worden. Zusammengefasst waren das die Verletzungen verschiedener Organe mit inneren Blutungen und Leberriss mit Todesfolge. Alle Schüler waren sehr betroffen.

Was sind eigentlich die Gründe für solche folgenschweren Gewalttaten? Diese galt es zu ergründen. Beleidigungen wie „Hurensohn“ und andere standen an erster Stelle, warum sich Jugendliche schlagen.

So war die anschließende Unterhaltung mit den Schülern über das Thema „Was ist eigentlich Ehre?“ eine Erleuchtung. Gute Menschen haben sich „Ehre“ durch ihr vorbildliches Verhalten verdient und diese Ehre kann ihnen nicht durch Beleidigung genommen werden. Komisch, dass so viele auf diese Provokation anspringen?

Warum ist das so? Könnte man nicht einfach weggehen und diesen fiesen Typen, der gerade meine Mutter beleidigt hat, ignorieren? Ja! Aber da sind ja noch die anderen, die das gehört haben. Die wollen etwas sehen. Sie bestimmen, wie ich mich verhalte. Nicht ich bestimme in diesem Moment mein Verhalten! In diesem Moment werde ich gesteuert, von meinem Angreifer und den Zuschauern. Nicht mehr ich habe die Kontrolle, sondern sie haben die Kontrolle über mich. Tragisch!!!

Hätte ich die Kontrolle über mich, dann würde ich mich einfach umdrehen und alle stehen lassen. Aber die meisten fallen auf diese Situation herein und liefern sich den Zuschauern aus. Schade! Die einen landen im Rollstuhl, die anderen im Gefängnis!

Was ist eigentlich Gewalt? Darum ging es in der nächsten Sequenz. Alle waren sich einig, Gewalt hat mit Verletzung und Vorsatz zu tun . Anhand von Beispielen mussten sich die Schüler entscheiden: Ist es Gewalt? Wer dieser Meinung war, musste sich rechts aufstellen. Ist es keine Gewalt? Dann ging es nach links. Wo beginnt eigentlich Gewalt? Muss Gewalt immer weh tun? Nein! Die Schüler kannten schon recht gut den Unterschied zwischen zwei Arten von Gewalt: Die körperliche und die seelische Gewalt.

Manche wussten, dass die Gewalt an der Seele manchmal schlimmer sein kann, als die Schmerzen, die man dem Körper zufügen kann.

Dann befragte Herr Pournazari die Schüler, wie man miteinander kommunizieren also Botschaften übermitteln könne. Die Antworten der Schüler der Jahrgangsstufe 7 kamen recht fix . Die Lösung: durch Worte, Gestik, Mimik, Körperhaltung, Blick, Ton/ Lautstärke, Distanz (=Abstand) zum Gegenüber. Das absolut überraschende Ergebnis dabei war, dass Worte bei der Kommunikation die kleinste Rolle spielen, nämlich nur 3 Prozent. Die nonverbale Kommunikation vermittelt unserem Gegenüber viel mehr Informationen über unseren Gemütszustand und unsere Absicht. Anhand von kleinen Rollenspielen demonstrierte Herr Pournazari diese Untersuchungen.

Zum Schluss gab es noch einige Übungen, wie bestimmte Kommunikationsbotschaften auf uns wirken. Wie wichtig ist es, seinem Gegenüber in die Augen zu schauen? Warum ist Abstand wichtig? Hat Distanz etwas mit Respekt zu tun?

In einer Alltagsszene „Hier ist Rauchen verboten!“ wurde das Erlernte praktisch umgesetzt. Mit friedlichen Mitteln schafften es die Schüler einem sehr dominanten Raucher die Kippe zu löschen.

Was habt ihr heute mitgenommen?

Antworten der Schüler:

Abstand halten! Sich nicht von anderen steuern lassen!“

Bravo!!! Eine gelungene Veranstaltung!

Vielen, vielen Dank an Herrn Herr Pournazari, der die Veranstaltung heute wunderbar geleitet hat. Unsere Schüler wurden erreicht und haben viel gelernt!

Vielen Dank an Frau Nina Hentschel,die als Mitarbeiterin der „Brücke“ diese Veranstaltung begleitet hat.

Vielen Dank an die Schulsozialarbeit, die den Kontakt hergestellt hat.

Kasse 7b

Ausbau des Sanitätsdienstes

Weiterhin geht es in dem Schuljahr 2018/19 um den Aufbau eines neuen Sanitätsdienstes an der Ganztagshauptschule Achenbach. Unterstützt wird die Schule dabei vom Deutschen Roten Kreuz. Herr Hartmann vom DRK-Ortsverein Eiserfeld steht den  Ersthelfer-Ausbildungslehrerinnen der Ganztagshauptschule Achenbach, Frau Hoffmann und Frau Kemling sowie den angehenden Ersthelfern zur Seite. Sie sollen in diesem Kurs  darauf vorbereitet werden, im Falle eines Unfalls, wenn Angst und Panik herrschen, Ruhe zu bewahren und an Ort und Stelle die richtigen Maßnahmen einzuleiten.

Hundeführerschein an der Ganztagshauptschule Achenbach
Seit dem Schuljahr 2018/19 bietet das Tierheim Siegen, Schülern der Ganztagshauptschule Achenbach, die Möglichkeit an, sich intensiv mit den Bedürfnissen und dem Verhalten von  Hunden zu beschäftigen. Unter der Leitung von Frau Hellmann, einer erfahrenen Tierpflegerin und Tierschutzlehrerin des Tierheims Siegen, erfahren die Schüler die persönlichen Geschichten, die jedes Tier begleitet. Sie lernen in einer AG, in Kleingruppen, das Verhalten von Hunden kennen und interpretieren, um anschließend richtig darauf zu reagieren. Neben den Kenntnissen über das  arttypische Verhalten von Hunden, das jeder Hundehalter kennen sollte und das die Voraussetzung für die Hundeerziehung ist, bauen die Schüler natürlich auch in wöchentlichen Spaziergängen eine emotionale Beziehung zu den Tieren auf. Am Ende der AG steht der Hundeführerschein, der den Besitzer berechtigt, Hunde auszuführen, insbesondere des Tierheims Siegen. Das geschieht dann auf ehrenamtlicher Basis.