Girls’& Boys’Day: Berufe ausprobieren ohne Grenzen

Am 28. März 2019 fand der bundesweite Tag zur grenzenlosen Berufsorientierung – der Girls`&Boys` Day – statt! Auch Schüler der Ganztagshauptschule Achenbach nutzten diesen Schnuppertag, um sich ein Bild von „geschlechtstypischen Berufen“ zu machen. Mädchen schauten sich in typischen Ausbildungsberufen für Jungs, in Technik, Handwerk, Industrie oder IT und Jungen in sozialen Berufen, im Gesundheitswesen und Pflegeberufen sowie in Kitas, Grundschulen oder in der Verwaltung, die oft von Frauen besetzt sind, um. Immer noch sind diese Ausbildungsberufe durch Geschlechterklischees geprägt. Dieser Praktikumstag bot Schülern eine grenzenlose Berufsorientierung. Eine Mädchengruppe von insgesamt 18 Mädchen, aus verschiedenen Schulen im Raum Siegen hat seit heute eine genauere Vorstellung von dem Berufsbild Feuerwehrmann bzw. Feuerwehrfrau. Die Mädchen besuchten die hauptamtliche Feuer- und Rettungswache der Stadt Siegen in Weidenau. Mit dabei war eine Mädchengruppe aus der Jahrgangsstufe 7 der Ganztagshauptschule Achenbach.

Feuerwehrfrau – eine große Herausforderung für junge Mädchen und Frauen

Nach einer herzlichen Begrüßung der Mädchen durch die Gleichstellungs-beauftragte der Universität Siegen, Heidi Dreisbach, die auch Organisatorin des Girls`&Boys`Days ist, richtete der Leiter der Feuerwehr Matthias Ebertz das Wort an die Schülerinnen.

Wie wird man eigentlich Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau? Ausführlich erklärte Herr Ebertz den beruflichen Werdegang eines Feuerwehrmannes bzw. einer Feuerwehrfrau: Voraussetzung ist eine technische oder handwerkliche Ausbildung oder ein Fachhochschulstudium im technischen Bereich. Danach erfolgt der Einstellungstest bei der Feuerwehr und ein sportlicher Eignungstest, der an Männer und Frauen die gleichen Anforderungen stellt. Neu ist die Ausbildung im Rettungsdienst als Notfallsanitäter. Wer diese Ausbildung bei der Feuerwehr absolviert, darf auch ärztliche Maßnahmen durchführen.

Anschließend übernahm Susanne Kaphammel, eine Feuerwehrfrau mit Leib und Seele, das Programm. In den 90er Jahren gab es in Deutschland nur 4 Feuerwehrfrauen. Frau Kaphammel war eine von ihnen. Heute ist sie immer noch dabei und für den vorbeugenden Brandschutz verantwortlich.

Bei einem gemeinsamen Rundgang durch die Wache erhielten die Schülerinnen einen Einblick in das Leben der Feuerwehrleute. 24 Stunden Dienst, 24 Stunden frei und das immer im Wechsel. Die Räume der Wache sind darauf eingerichtet. Durch die Aufenthaltsräume, die Küche, die Ruheräume, ging es zur Einsatzzentrale, wo der Leiter der Kreisleitstelle, Herr Kay-Jörg Kawi, schon wartete und einen Überblick über die Organisation und die Einsätze der Feuerwehr von Bad Berleburg bis Neunkirchen gab.

Dann wurde es spannend!

Es ging auf eine Übungsstrecke für Feuerwehrleute. Die Situation in einem brennenden dunklen Haus wurde nachgestellt. Jeweils drei Schülerinnen mussten sich in einem Gitter-Parcours in völliger Dunkelheit orientieren. Auf allen Vieren ging es durch Röhren und Luken, die erklettert werden mussten. Die Mädchen konnten sich lediglich am fluoreszierenden Helm und den Zurufen ihrer Partnerinnen orientieren.

Volle Konzentration war gefordert! Ging es mal nicht mehr weiter, dann wurde kurz das Licht eingeschaltet und … weiter ging es! Alle Mädchen haben diesen Parcours mit Bravour gemeistert! Eine feuerfeste Glasscheibe erlaubte anschließend den Blick in einen weiteren Übungsraum, der lichterloh in Flammen stand und in dem die Feuerwehrleute ebenfalls tatsächlich trainieren.

Draußen wartete der nächste Nervenkitzel! Eine Feuerwehrdrehleiter, 30 m hoch. Schon beim Zuschauen konnte einem schwindelig werden. Aber keines der Mädchen ließ sich diesen Nervenkitzel entgehen!

Zum Abschluss dieses Girls`Days gab es noch einen Einblick in ein Einsatzfahrzeug mit vielen spannenden Geschichten. In einer kompletten Feuerwehrmontur mit Atemmaske, Rettungskoffer und Axt, verabschiedete der Feuerwehrmann, Andreas Quirant, die beeindruckten Besucherinnen.

Ein Zertifikat für alle Teilnehmerinnen krönte den Abschluss eines erlebnisreichen Tages. Macht sich gut bei der nächsten Bewerbung!

Was nehmen wir mit?

Die Mädchen der Hauptschule Achenbach waren von dem Tag begeistert. Ein Tag voller Action und Abenteuer! Die Mädchen waren beeindruckt von den Feuerwehrleuten, die tagtäglich ihr Leben für Menschen in Not riskieren. Wie wichtig eine gute Ausbildung ist, haben heute alle gelernt.

Ein Berufsbild für alle, die Action lieben und Gutes tun wollen.Wir alle haben Hochachtung vor dem, was Feuerwehrleute leisten!

Für uns sind sie Heroes!

Die Mädchen der Jahrgangsstufe 7 der Ganztagshauptschule Achenbach